Vogel des Monats Februar 2026: Bartmeise
2022 erschien im APUS die „Kommentierte Artenliste der Vögel von Halle und Umgebung“ von Robert Schönbrodt und Peter Tischler (siehe auch hier unter Publikationen des Vereins).
Hier sind alle 306 Vogelarten, die bis 2020/21 in der Stadt Halle und im ehemaligen Saalkreis gesichert beobachtet wurden, einschließlich der Angaben zum aktuellen Jahresstatus aufgeführt. Für die davon bekannten 177 Brutvogelarten werden jeweils für die Zeiträume 1982-1999 und 2000-2020 Brutstatus und Bestandstrend mitgeteilt.
Auf der Website des OVH wird monatlich eine Vogelart aus dieser Publikation vorgestellt. Das gesamte Sonderheft des APUS mit der komentierten Artenliste kann beim OSA bestellt werden.
Auszug aus der Kommentierten Artenliste zur Bartmeise:
Gnielka (1983, 1984) stufte die Art noch als seltenen Gast ein, fand dann allerdings die erste Brut um den 6.7.1988 an den Mötzlicher Teichen (Todte 1995). Beginnend etwa ab 1991 fanden sich danach Bruten in Schilfflächen an Teichen, Grubenrestlöchern und Kiesgrubenseen ringsum Halle. Am 11.7.1991 – 4 dj. bei Döllnitz; am 6.7.1994 – 3 Familien bei Lochau, dort am 19.7.1996 – 1 Nest mit 5 Eiern, am 6.8. – 5 juv. beringt (P. Tamm); am 1.7.1995 erste Bruten bei Bruckdorf am Osendorfer See und 1997 – 2 BP bei Schlettau/Angersdorf (Tauchnitz 2016a, 2017b, 2018c). Weitere Bruten gab es auch bei Halle-Mötzlich (George & Wadewitz 1997). Aktuelle regelmäßige Brutgebiete sind das Grubenrestloch bei Lochau – 8-12 BP, das Schilfgebiet bei Döllnitz – 6-10 BP und die Posthornteiche bei Halle- Mötzlich – 6-12 BP (Tischler 2019a, OVH Archiv, ornitho.de). Die kleineren Bruthabitate, z. B. bei Angersdorf, Bruckdorf, Plötz, Ostrau und Beidersee, wurden nicht alljährlich besiedelt. Dies geschah ohne erkennbare Gründe, Brutplätze wurden aufgegeben, andere neu begründet. Dadurch änderte sich die Zahl der BP jährlich, sie lag in den letzten Jahren im BG um 45-60 BP; die Brutfeststellungen erfolgten durch Fang und Beringung sowie Beobachtung von Altvögeln und eben ausgeflogenen Jungvögeln. Im Rahmen der Arterfassungen in den Schutzgebieten der Stadt Halle von 2015- 2017 wurden Bruten von drei und Gastvögel von weiteren zwei Flächen gemeldet (Knapp et al. 2020). Um 2020 verringerte sich die Brutpaarzahl deutlich. Lediglich von den größten Brutorten bei Mötzlich und Bruckdorf wurden noch wenige Bruten bekannt. Auch systematische Netzfangversuche erbrachten nur noch wenige Nachweise von BP und ausgeflogenen Jungvögeln, so bei Mötzlich – 3-5 BP und bei Bruckdorf – 2 BP. Auch in den großflächigen Schilfgebieten bei Döllnitz, Lochau und am Salzamäander bei Langenbogen kann es noch zu Bruten gekommen sein. Nach der Brut verließ der Großteil der Brutvögel das Gebiet. So wurden hier beringte Bartmeisen in unterschiedlichen Richtungen und Entfernungen, z. B. in Brandenburg, Thüringen, Bayern und in Luxemburg kontrolliert. Im Spätherbst erschienen dann umherstreifende Bartmeisentrupps. Mit Truppgrößen bis zu 30 Ind. nahmen sie nur kurzen Aufenthalt, einige blieben länger im BG. Kontrollierte Fänglinge kamen vorwiegend aus Brandenburg, zwei Wintergäste aus Richtung Polen (Dürr et al.1999, Tauchnitz 2014). Eine weibliche Bartmeise, hier Brutvogel, kontrolliert am 2.5.2005 bei Halle/Bruckdorf, erhielt einen Kennring im Vorjahr als diesj. Vogel nahe Hamburg. Eine am ehemaligen Salzigen See (MSH) beringte weibliche Bartmeise erreichte ein sehr hohes Alter und zeigte Brutortstreue. Sie befand sich bei der letzten Kontrolle mindestens im 11. Lebensjahr. Zwischen 11.7.1996 und 11.10.2005 wurde sie 14x kontrolliert. Sie hielt sich während dieser Zeit sehr wahrscheinlich am selben Ort auf (Tauchnitz 2011). H. Tauchnitz

