Vogel des Monats September 2026: Haubenmeise

2022 erschien im APUS die „Kommentierte Artenliste der Vögel von Halle und Umgebung“ von Robert Schönbrodt und Peter Tischler (siehe auch hier unter Publikationen des Vereins).

Hier sind alle 306 Vogelarten, die bis 2020/21 in der Stadt Halle und im ehemaligen Saalkreis gesichert beobachtet wurden, einschließlich der Angaben zum aktuellen Jahresstatus aufgeführt. Für die davon bekannten 177 Brutvogelarten werden jeweils für die Zeiträume 1982-1999 und 2000-2020 Brutstatus und Bestandstrend mitgeteilt.

Auf der Website des OVH wird monatlich eine Vogelart aus dieser Publikation vorgestellt. Das gesamte Sonderheft des APUS mit der komentierten Artenliste kann beim OSA bestellt werden.

Auszug aus der Kommentierten Artenliste zur Haubenmeise:

Die Haubenmeise führt Gnielka (1983) als seltenen, ehemaligen Brutvogel in der Dölauer Heide bis etwa 1932. Alle neueren Brutvogelerfassungen, wie die MTB-Kartierung 1978- 1982 (Nicolai 1993), die Feinrasterkartierung auf 1-km²-Basis 1983-1986 (Schönbrodt & Spretke 1989) und die Kartierung auf MTB-Quadrantenbasis im Süden Sachsen-Anhalts 1990-1995 (Gnielka & Zaumseil1997) erbrachten für das BG nicht einmal einen möglichen Bruthinweis.

Während der 42jährigen Planbeobachtungen auf dem Südfriedhof in Halle traf Gnielka (2014) dort nur 2005 eine einzelne Haubenmeise zwischen August und Dezember an. Mit dem ersten neueren Brutnachweis auf dem Gertraudenfriedhof überraschte D. R. Bird im Mai 2014, nachdem ihm dort bereits Beobachtungen von Einzelvögeln in den Jahren 2008 und 2011 sowie von zwei Vögeln 2012 und 2013 geglückt waren. Den Brutplatz in etwa 9m Höhe im morschen Holz einer Birke der Abt. 14 verriet das fütternde Paar am 4.5.2014; ob die Brut erfolgreich verlief, ist nicht bekannt, da ab 8.5. keine Fütterungen mehr festgestellt werden konnten (Bird 2014).

Brutnachweise der im BG seltenen Haubenmeise gelangen nur ausnahmsweise. Heidesee Nietleben. 30.4.2019. Foto: J. Strauß.

Wenige Frühjahrsdaten aus ornitho.de im Zentrum der Dölauer Heide am 26.3.2013 (1 – T. Stenzel), 30.4.2016 (1 – S. Sammler) und 18.6.2016 (2 – R. Höhne) sowie Feststellungen nahe der Siedlung Waldheil am 18.6.2016 (2 – R. Höhne) sowie bei Dölau am 9.3.2019 (1 – H. König) lassen zumindest für wenige weitere Jahre und Örtlichkeiten Brutverdacht aufkommen. Einen zweiten Brutnachweis dokumentierte J. Strauß 2019 nahe Nietleben neben einem Waldweg am Heidesee. An einem etwa 4m hohen Reststumpf einer abgebrochenen Kiefer befand sich 40 cm unterhalb der Bruchstelle die Höhle, in die am 21.3.2019 Nistmaterial eingetragen wurde; vom 15.-30.4. trugen jeweils 2 ad. Futter ein, am 30.4. auch Kotballen heraus (Abb. 144). Die recht ortstreue Art wurde aus dem BG ab 2012 bis 2019 außerhalb der Brutzeit nur je 2x im Oktober und November, 3x im Dezember und 5x im Januar, meist einzeln oder zu zweit und nur einmal als Dreiergruppe gemeldet (ornitho. de).

R. Schönbrodt

Vogel des Monats August 2026: Schleiereule

2022 erschien im APUS die „Kommentierte Artenliste der Vögel von Halle und Umgebung“ von Robert Schönbrodt und Peter Tischler (siehe auch hier unter Publikationen des Vereins).

Hier sind alle 306 Vogelarten, die bis 2020/21 in der Stadt Halle und im ehemaligen Saalkreis gesichert beobachtet wurden, einschließlich der Angaben zum aktuellen Jahresstatus aufgeführt. Für die davon bekannten 177 Brutvogelarten werden jeweils für die Zeiträume 1982-1999 und 2000-2020 Brutstatus und Bestandstrend mitgeteilt.

Auf der Website des OVH wird monatlich eine Vogelart aus dieser Publikation vorgestellt. Das gesamte Sonderheft des APUS mit der komentierten Artenliste kann beim OSA bestellt werden.

Auszug aus der Kommentierten Artenliste zur Schleiereule:

Die Bestandsentwicklung schätzten Schönbrodt & Spretke (1989) mit 20-50 BP gegenüber Gnielka (1984) mit damals noch 22-88 BP rückläufig ein. Viele der ehemals traditionellen Brutplätze wurden aufgegeben. Auch lange Kälte- bzw. Schneewinter mit geschlossener Schneedecke führten zu Bestandseinbrüchen, so z.B. im Winter 2011/2012, als fast die gesamte Schleiereulenpopulation im BG erlosch. Solche Verluste konnten in Jahren mit hohem Feldmausaufkommen durch mehrere Jahresbruten wieder ausgeglichen werden; z.B brüteten im östlichen Saalkreis 1998 – 14 BP, die 209 Jungeulen aufzogen, wovon bereits am 23.5.1998 die erste 6er-Brut ausflog. Im selben Gebiet wurden 2001 nur noch 7 BP und 54 Jungvögel ermittelt (G. Klammer, George & Wadewitz 1999, 2001).

Schleiereule (Tyto alba)
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Vogel des Monats Juli 2026: Nilgans

2022 erschien im APUS die „Kommentierte Artenliste der Vögel von Halle und Umgebung“ von Robert Schönbrodt und Peter Tischler (siehe auch hier unter Publikationen des Vereins).

Hier sind alle 306 Vogelarten, die bis 2020/21 in der Stadt Halle und im ehemaligen Saalkreis gesichert beobachtet wurden, einschließlich der Angaben zum aktuellen Jahresstatus aufgeführt. Für die davon bekannten 177 Brutvogelarten werden jeweils für die Zeiträume 1982-1999 und 2000-2020 Brutstatus und Bestandstrend mitgeteilt.

Auf der Website des OVH wird monatlich eine Vogelart aus dieser Publikation vorgestellt. Das gesamte Sonderheft des APUS mit der komentierten Artenliste kann beim OSA bestellt werden.

Auszug aus der Kommentierten Artenliste zur Nilgans:

Die Nilgans findet bei Gnielka (1984) und bei Schönbrodt & Spretke (1989) noch keine Erwähnung. Vom 5.-19.4.1983 gelang die erste Beobachtung einer Nilgans bei Landsberg durch G. Klammer (OVH Archiv). Die Art führte Gnielka (1989b) noch als Gefangenschaftsflüchtling. Zwischen 1984 und 1991 wurden nur sieben Meldungen einzelner Ind. bekannt. Der erste Brutnachweis für Sachsen- Anhalt erfolgte im BG in der Saale-Elster- Aue bei Halle-Planena, dort führte ein Paar am 22.6.1990 einen Jungvogel (H. Tauchnitz, Gnielka & Zaumseil 1997; Dornbusch 2012). In der Folge ging die weitere Brutansiedlung nur langsam voran. Am 2.5.1994 – 2 ad. u. 1 juv. auf einer Hochwasserfläche zwischen Saale und Lunzbergen nördlich Halle, der zweite Brutbeleg (J. Strauß, OVH Archiv). Erst am 6.4.2002 folgte die nächste Beobachtung eines Paares in der Saale-Elster-Aue. In den Jahren bis 2013 gab es dann an verschiedenen Orten einzelne Nilgänse und auch Paare. Dann wurde sukzessive jedes zur Brut geeignete Gewässer von mindestens einem Paar besetzt. Brütende oder jungeführende Paare wurden auf Gewässern nahe Halle- Planena (2013 bis 2020), Lochau (2014), Halle-Trotha (2014), Kanena (2014), Zwintschöna (2014, 2016), Langenbogen (2014, 2020) beobachtet.

Nilgans mit Jungen Foto: Wolfram Riech
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Vogel des Monats Juni 2026: Tafelente

2022 erschien im APUS die „Kommentierte Artenliste der Vögel von Halle und Umgebung“ von Robert Schönbrodt und Peter Tischler (siehe auch hier unter Publikationen des Vereins).

Hier sind alle 306 Vogelarten, die bis 2020/21 in der Stadt Halle und im ehemaligen Saalkreis gesichert beobachtet wurden, einschließlich der Angaben zum aktuellen Jahresstatus aufgeführt. Für die davon bekannten 177 Brutvogelarten werden jeweils für die Zeiträume 1982-1999 und 2000-2020 Brutstatus und Bestandstrend mitgeteilt.

Auf der Website des OVH wird monatlich eine Vogelart aus dieser Publikation vorgestellt. Das gesamte Sonderheft des APUS mit der komentierten Artenliste kann beim OSA bestellt werden.

Auszug aus der Kommentierten Artenliste zur Tafelente:

Die von Spretke (in Gnielka 1984) getroffenen Angaben und Aussagen zum Vorkommen der Art im BG trafen nur noch eingeschränkt zu. Bezüglich des Zuggeschehens kam es zu einer massiven Zunahme von rastenden Tafelenten bis Mitte der 1990er Jahre (Abb. 66). Dann reduzierte sich das Auftreten wieder und zwischen 1999 und 2003 waren nur geringe Rastbestände anzutreffen. In den letzten 15 Jahren war die Art ein regelmäßiger Durchzügler und Wintergast. Abb. 67 verdeutlicht für die vergangenen 12 Jahre das monatliche Zuggeschehen anhand der WVZ. Ab Oktober war deutlicher Zuzug zu verzeichnen, der seinen Höhepunkt Mitte Dezember erreichte.

Im Januar überwinterten zahlreiche Tafelenten und ab Februar machte sich, im Vergleich zum Herbstzug, ein deutlich schwächerer Frühjahrszug bemerkbar, der Ende März/Anfang April abgeschlossen war. Je nach Witterung und Hochwasserereignissen kam es im Winterhalbjahr zu großen Ansammlungen (Tab. 15). Das Geschlechterverhältnis war oft 2:1 zugunsten der M. verschoben. Am 4.1.1996 beobachtete R. Höhne einen Tafel-/Reiherenten- Hybrid auf der Saale bei Halle (George & Wadewitz 1997).

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Vogel des Monats Mai 2026: Rohrweihe

2022 erschien im APUS die „Kommentierte Artenliste der Vögel von Halle und Umgebung“ von Robert Schönbrodt und Peter Tischler (siehe auch hier unter Publikationen des Vereins).

Hier sind alle 306 Vogelarten, die bis 2020/21 in der Stadt Halle und im ehemaligen Saalkreis gesichert beobachtet wurden, einschließlich der Angaben zum aktuellen Jahresstatus aufgeführt. Für die davon bekannten 177 Brutvogelarten werden jeweils für die Zeiträume 1982-1999 und 2000-2020 Brutstatus und Bestandstrend mitgeteilt.

Auf der Website des OVH wird monatlich eine Vogelart aus dieser Publikation vorgestellt. Das gesamte Sonderheft des APUS mit der komentierten Artenliste kann beim OSA bestellt werden.

Auszug aus der Kommentierten Artenliste zur Rohrweihe:

Tauchnitz (in Gnielka 1984) gibt für den Anfang der 1980er Jahre den Brutbestand des Stadtkreises mit 3-6 BP und des Saalkreises mit 30-45 BP an. Brutplatzkartierungen ab 1980-1983 (Tauchnitz 1984) ergaben insgesamt 37 Brutstandorte im BG mit zum Teil mehreren BP, was zur Abschätzung auf 30- 50 BP führte. Die kurz darauf während der Feinrasterkartierung von 1983-1986 ermittelte Bestandsangabe von 60-90 BP für das gesamte BG ist wohl als obere Grenze des durchschnittlichen Brutbestandes zu werten (Schönbrodt & Spretke 1989).

Nach Koch & Rohn (1989) brütete sie in Halle-Neustadt in den 1980er Jahren sporadisch an den Angersdorfer Teichen und ausnahmsweise 1974 am Ellernteich. 1999 wurden sogar 2 BP in Halle- Neustadt festgestellt (B. Rohn, Mammen & Stubbe 2000). Im ABSP nennen Gnielka & Stenzel (1998) für Mitte der 1990er Jahre einen Bestand von 8-15 BP für den gesamten Stadtkreis Halle. Dieser Wert liegt in der Größenordnung der in den Schutzgebieten der Stadt im Zeitraum 2010-2018 erfassten 8-14 RP (Knapp et al. 2020). Demnach stagnierte dieser zunächst positive Bestandstrend. Unter Berücksichtigung der jährlichen Bestandsschwankungen und der nicht gleichzeitigen Besetzung aller Brutreviere muss für die letzten zwei Jahrzehnte sogar ein Bestandsrückgang im Stadtkreis angenommen werden. Wie in Halle wurde ein Bestandsanstieg bis zur Mitte der 1990er Jahre auch im Saalkreis festgestellt. Wurde im Jahr 1984 ein Saalkreisbestand von 31 sicheren BP ermittelt (OVH-Archiv; Gnielka 1989b), waren es 1990 bis 1992 jeweils 37 Bruten und 19a94 sogar 46 Bruten (OVH-Archiv). Für Teilbereiche liegen lange Zeitreihen mit jährlichen Angaben von Greifvogel-Monitoringflächen und aus Planbeobachtungsgebieten vor.

Rohrweihenmännchen Foto: Wolfram Riech
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