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Turmfalke ♀, Gimritz (SK), Mai 2008, T. Stenzel
Türkentaube ♂♀, Apollensdorf (WB), April 2008, T. Stenzel
Mauersegler, Halle, Mai 2009, T. Stenzel
Dohle, Groß Mohrdorf (NVP) März 2009, J. Stemmler
Haubenlerche, Hellwig-Baumarkt Merseburger Str., Halle (HAL), Februar 2008, T. Stenzel
Rauchschwalbe, Mai 2008, S. Walter
Mehlschwalbe am Nest, Greifswald (HGW), Juli 2008, D. Sellin
Faltblatt zum Vereinsprojekt: "Vögel in der Stadt"
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In diesem neuen Vereinsprojekt beschäftigen wir uns mit ausgewählten Vogelarten, die in unserer Stadt spezielle Lebensräume besiedeln. Gebäudesanierung und Stadtumbau, insbesondere seit den 1990er Jahren, wandeln zunehmend das Stadtbild von Halle. Allerdings sind damit auch erhebliche Lebensraumveränderungen mit spürbarem Einfluss auf die Artenmannigfaltigkeit verbunden. Einige Vogelarten profitieren von den veränderten Bedingungen. Andere dagegen gehören zu den Verlierern. Vor allem jene Arten, deren Brutplätze an Bauwerke gebunden sind, verzeichnen offensichtlich deutliche Bestandsrückgänge. Im Rahmen dieses Kartierungsprojektes will der Ornithologische Verein Halle mit Unterstützung der Bevölkerung Häufigkeiten und Verbreitungsschwerpunkte von ausgewählten Vogelarten in Halle ermitteln. Auf dieser Grundlage werden Veränderungen im Vergleich zu früheren Erhebungen sowie Maßnahmen zum Artenschutz abgeleitet.
Mit dem Abriss bzw. der Sanierung von Gebäuden haben die an Bauwerken brütenden Vogelarten in den letzten Jahren zahlreiche Brutstätten verloren. Diese können nur in geringem Maße durch neue Nistmöglichkeiten ausgeglichen werden. Davon betroffen sind besonders Turmfalke, Mauersegler und Dohle.
Auch die Bedingungen für Rauch- und Mehlschwalbe haben sich deutlich verschlechtert. Neben dem Mangel an geeigneten Nistplätzen fehlen zunehmend bewuchslose Flächen, die den Schwalben das Sammeln von Nistmaterial ermöglichen. Hinzu kommt, dass Nester gezielt zerstört bzw. geeignete Nestbereiche an Gebäuden durch Netze u. a. abgedeckt werden.
Die Haubenlerche ist ein weiterer Vogel, der immer seltener im Stadtgebiet beobachtet werden kann. Sein bevorzugtes Bruthabitat, trockenes vegetationsarmes Ödland, ist im Stadtbild nur noch vereinzelt anzutreffen. Deshalb sind kiesbeschichtete Dachflächen von Einkaufs- und Gewerbezentren häufig die letzten Rückzugsgebiete für diese Art.
Die Einwanderung der in unserem Raum streng an menschliche Siedlungen gebundenen Türkentaube in die Stadt Halle ist in der Avifauna von Halle ausführlich dokumentiert. Seit vielen Jahren ist der Bestandstrend rückläufig, ohne dass die Ursachen dafür hinreichend bekannt wären. Für eine aktuelle Übersicht der Verbreitung der Türkentaube in Halle haben wir die Art in unser Kartierungsprojekt einbezogen.
Konzeption
Zielstellung
- Erfassung des Brutbestandes von Turmfalke, Türkentaube, Mauersegler, Dohle, Haubenlerche, Rauch- und Mehlschwalbe im Stadtgebiet Halle
- Ermittlung aktueller Bestandsdaten unter besonderer Berücksichtigung der umfassenden Gebäudesanierung und des Stadtumbaus
- Einbeziehung naturinteressierter Bürger, insbesondere von Schülern und Studenten (Faltblatt, Homepage)
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- Bereitstellung der Daten für die städtische Naturschutzbehörde
Ablauf
- Kartierungszeitraum von 2009 bis 2011
- Motivierung von Vereinsmitgliedern
- Herausgabe eines projektbezogenen Faltblattes (dient zugleich der allgemeinen Wissensvermittlung Vogelkunde / Vogelschutz)
- Projektkoordinatoren: P. Tischler & T. Stenzel
Methode
- Erfassung auf Gitternetzbasis 1x1 km, Kartengrundlage: Amtlicher Stadtplan, Stadt Halle (Saale), Stadtvermessungsamt
(Stadtfläche ca. 134 km² = 177 Rastereinheiten von je 1 km² inklusive der über die Stadtgrenze hinausreichenden Randfelder)
- Methodenstandards zur Datenerfassung entsprechend SÜDBECK, P., H. ANDRETZKE, S. FISCHER, K. GEDEON, T. SCHIKORE, K. SCHRÖDER & C. SUDFELDT (Hrsg.; 2005): Methodenstandards zur Erfassung der Brutvögel Deutschlands. Radolfzell.
- Nutzung früherer und aktueller Brutplatzangaben
Auswertung
- Ermittlung von Vergleichsdaten aus früheren Kartierungen:
GNIELKA, R. (1983, 1984): Avifauna von Halle und Umgebung, Teile 1 und 2. Schriftenreihe Natur und Umwelt. Halle.
SCHÖNBRODT, R. & T. SPRETKE (1989): Brutvogelatlas von Halle und Umgebung, Ergebnisse einer Feinrasterkartierung 1983 – 1986. Halle.
GNIELKA, R. & J. ZAUMSEIL (Hrsg. 1997): Atlas der Brutvögel Sachsen-Anhalts – Kartierung des Südteils von 1990 bis 1995. Halle.
- Statistische Auswertung der aktuellen Daten unter Berücksichtigung von Erfahrungswerten
- Darstellung der Bestandszahlen und -trends auf Verbreitungskarten des Untersuchungsgebietes
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Bearbeitungsstand
Mit Stand 11.03.2011 sind 172 der 177 Gitterfelder an Bearbeiter vergeben (97 %). Weitere Mitarbeiter sind herzlich willkommen.
Bitte wenden Sie sich an die Projektkoordinatoren.
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Bearbeiter der 177 Gitterfelder; Darstellung auf dem Amtlichen Stadtplan, Stadt Halle (Saale), Stadtvermessungsamt.
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