![]() Sperbergrasmücke, 1991, K.-J. Hofer |
Die Sperbergrasmücke (Sylvia nisoria) - unser Wappenvogel |
Sammlung neuer Brutzeitnachweise aus Halle und Umgebung für ein aktualisiertes Verbreitungsbild:
Hier ist ein Kartenausschnitt der Umgebung von Halle dargestellt.
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Sperbergrasmücke (Sylvia nisoria) B C+D V BP 9 90 12,9 150-200 ![]() Verbreitung der Sperbergrasmücke in Halle und Saalkreis als Ergebnis der Feinrasterkartierung 1983 - 1986 Verbreitungskarte und Kommentar aus: Schönbrodt & Spretke (1989): Brutvogelatlas von Halle und Umgebung |
Vorkommen in den 1980er Jahren:Originaltext zur Verbreitung um 1983-1986 aus SCHÖNBRODT & SPRETKE (1989):Brutvogelatlas von Halle und Umgebung. Die größte europäische Grasmücke ist wegen ihrer verborgenen Lebensweise wenig bekannt. Hecken- und
gebüschreiche Lebensräume mit wenigen jüngeren Bäumen durchsetzt in warmer und oft trockener Lage werden
von Sperbergrasmücken bevorzugt. Das sind oft Trockenrasen, bestanden mit verbuschen Altobstplantagen.
Die dornigen Gestrüppe sind Hauptaufenthaltsort, Nahrungsrevier und Brutplatz. In Heckenrosen,
Brombeeren, Weißdorn oder anderen dichten Gebüschen steht das Nest gut getarnt in der Regel nur 0,5 bis
1 m hoch über dem Boden. Als Singwarten und Ausgangspunkte für Balzflüge dienen Einzelbäume, in
Ausnahmefällen auch Leitungsdrähte.
Die Sperbergrasmücke in der Avifauna von Halle und UmgebungSylvia nisoria Sommervogel Halle: 10 - 30 BP Saalkreis: 40 - 100 BPUnsere Gegend liegt nur etwa 80 km von der westlichen Grenze des geschlossenen Verbreitungsgebietes der
Sperbergrasmücke entfernt. Sie besiedelt lokal die mit Hecken und Büschen durchsetzte offene Landschaft
und meidet geschlossene Gehölze. An den Brutplätzen stehen meist einzelne höhere Bäume, die als
Singwarten und Ausgangspunkte für Balzflüge dienen. Ein bevorzugter Biotop ist die Auenlandschaft an
Saale und Elster (ca. 10 Paare). Auch an den mit Gestrüpp und Obstbäumen bestandenen sonnigen Hängen von
Saale, Salzke und Laweke kommt sie regelmäßig vor, ebenso wie an der östlich von Halle gelegenen
Autobahntrasse, die von Buschwerk gesäumt ist (TAUCHNITZ 1970). Für einige isolierte Brutplätze liegen
Nestfunde vor: Bruchfeld Goldberg – 1928 (HÜBSCH) und 1951 (POHLE); Mötzlicher Teiche – 1959 (STIEFEL);
Seebener Busch – 1902 (E. HESSE); Lintbusch – 1956 (HERRN). An mehreren Stellen in der Kröllwitzer Flur
zeigte sich die Art seit den 1930er Jahren. Bevor Halle-Neustadt gebaut wurde, gab es Vorkommen am
ehemaligen Flugplatz/Gimritzer Damm. Schon wenige Jahre, nachdem der Südfriedhof angelegt wurde, war
die Sperbergrasmücke dort zu hören (VOIGT 1894). In der hügeligen Flur bei Gutenberg kannte sie Wenzel
(1908, 1914) als verbreiteten Kuckuckswirt. Nördlich davon, im Bereich des Petersberges, sind noch in
den letzten Jahren besetzte Reviere gefunden worden (SCHÖNBRODT). Man gewinnt den Eindruck, dass alle
für die Art günstigen Lebensräume locker besiedelt sind. Ältere Angaben ordnen sich in das durch neuere
Erkundungen gewonnene Verbreitungsbild ein und lassen auf einen stabilen Bestand schließen, der
lediglich den üblichen jährlichen Schwankungen unterliegt. Erstbeobachtungen erfolgen meist um den 10.
Mai, was im Gegensatz zur Angabe von Rey (1871a), Ankunft 19. – 30.4., zu stehen scheint. Es bleibt
jedoch zu bedenken, dass die Erstbeobachtung bei einer so spärlichen Art stark vom Zufall, der lokalen
Häufigkeit und der Exkursionsfrequenz abhängig ist. Früheste Daten aus neuerer Zeit: 23.4.1934 und
25.4.1946, Kröllwitz (NILIUS); 4.5.1972 Planena (TAUCHNITZ).
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