Bonapartemöwe, (Larus philadelphia) im Prachtkleid, Salzamäander bei Langenbogen (SK), Mai 2010, Günter Struck
Bild 01: Bonapartemöwe (Larus philadelphia), Prachtkleid, Salzamäander bei Langenbogen (SK), 16.05.2010, Günter Struck

Bonapartemöwe im Prachtkleid (Larus philadelphia) bei Langenbogen beobachtet


Am 16.05.2010 entdeckte René Höhne gegen Mittag bei Planbeobachtungen am Salzamäander bei Langenbogen eine knapp lachmöwengroße kurzbeinige Möwe mit dunkler Kopfmaske und zierlichem dunklem Schnabel. Nach kurzer Zeit war er sich sicher, eine Bonapartemöwe im Prachtkleid (Larus philadelphia, Bonaparte's Gull) vor sich zu haben. Der Vogel hielt sich in unmittelbarer Nähe zum aktuell einzigen brütenden Lachmöwenpaar am Salzamäander auf, so dass beide Arten gut zu vergleichen waren. Während der etwa einstündigen Beobachtungszeit viel das seeschwalbenartige Verhalten des Vogels auf.
Der zufällig hinzustoßende Hallesche Fotograf Günter Struck fertigte dankenswerterweise einige Belegfotos an. Am späteren Nachmittag konnte die Möwe mit hinzugeholten weiteren Beobachtern leider nicht mehr gefunden werden. Auch am kommenden Tag blieb die Nachsuche erfolglos.
Am 18.05.2010 konnte René Höhne die Bonapartemöwe erneut kurzzeitig am Salzamäander bei Langenbogen beobachten. Die Möwe kam kurz vor 15:00 Uhr aus westlicher Richtung angeflogen, drehte einige Schleifen über dem Gewässer und flog in westlicher Richtung ab.


Bonapartemöwen leben in den gemäßigten Regionen des nordwestlichen Nordamerika, insbesondere in Alaska und dem westlichen Kanada. Im Herbst ziehen die Bonapartemöwen an die Küstenbereiche der südlichen US-Bundesstaaten und Mexiko zum Überwintern. Einzele vagabundierende Vögel soll es auch hin und wieder an den europäischen Küsten geben.
Der Name der Bonapartemöwe (Deutsch) bzw. Bonaparte's Gull (Englisch) und auch in anderen Sprachen bezieht sich auf Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte (1803-1857), einem Neffen des großen Napoleon.


Nach dem aktuellen Bericht der Deutschen Seltenheitenkommission für die Jahre 2006-2008 sind für Deutschland bisher 3 Nachweise dieses Ausnahmegastes dokumentiert:

März 1998 bei Münster (Deutsche Seltenheitenkommission (2002): Seltene Vogelarten in Deutschland 1998. Limicola 16: 113-184.)
Mai 2001 im Dithmarscher Speicherkoog (Deutsche Seltenheitenkommission (2008): Seltene Vogelarten in Deutschland von 2001 bis 2005. Limicola 22: 249-339.)
April 2007 Wagbachniederung bei Karlsruhe (Deutsche Seltenheitenkommission (2009): Seltene Vogelarten in Deutschland von 2006 bis 2008. Limicola 23: 257-334.)





Dieser Kartenausschnitt zeigt den Beobachtungsort der Bonapartemöwe bei Langenbogen.
Bitte aktivieren Sie bei Ihrem Browser JavaScript um die Karte anzuzeigen.

Salzamäander bei Langenbogen


zum Anfang